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Update April 2009
Endlich fertig.. endlich gutes Wetter.. endlich angemeldet..


Dodge Charger, Bj 1972, 400cui, 6,6l - V8 geballte
Power !
In den letzten Wochen
hat sich einiges getan. Nach dem Transport nach Deutschland gab es zunächst erst einmal ein Kurzkennzeichen, um die vielen Checks und Umbauten durchzuführen.
Besuche beim Tüv und bei
der Dekra brachten Licht ins Dunkle und eine mehrseitige
Mängelliste.
Fast alle “Mängel“ resultieren aus der spezifischen deutschen StVZO und betreffen Beleuchtung, Verkabelung, usw. Einige neue Ersatzteile wie Lampengläser waren leider nur teuer in den USA erhältlich - und andere überhaupt nicht. Selten gibt es gebrauchte Teile in Kanada oder den USA. Dann muss man Pakete selbst verzollen, was weitere Kopfschmerzen verursachen kann. Ein Paket liegt noch immer in Frankfurt !
Nach den geforderten
Umbauten im Sinne der StVZO für Schalldämpfer, Fernlicht, Standlicht,
Blinkerfarben, km/h Tacho, Hitzebleche und Bremsleitungen
musste dann noch ein gewaltiger Papierkrieg gewonnen werden !
Es tat schon weh den Kofferraumboden durchbohren zu müssen, um die
geforderten Hitzebleche zwischen Tank und Auspuff zu verschrauben.
"Explosionsgefahr" hieß es.. dass der Dodge aber schon seit
1972 ohne derartige Bleche im viel heißeren Death Valley in Nevada
und Kalifornien unterwegs
war interessierte hier niemanden - Bürokratie eben "Gesetz ist
Gesetz".
Für ein außergewöhnliches Auto muss man anscheinend außergewöhnliche
Prüfungen über sich ergehen lassen..
Belohnt wird man dafür aber bei jeder Fahrt !

Amis unter sich: Harley Davidson und Dodge Charger


Zeitreise. Vinyl, Leder und Metall dominiert - hier ist noch alles echt und Plastik sucht man
fast vergebens
Völlig anders ist das Fahren im Vergleich zu modernen Autos: die Servolenkung ist viel weicher und leichtgängiger. Das Fahrwerk ist dank Stabilisatoren,
Stoßdämpfer und Swaybars ungewohnt straff - nichts zu spüren von der berühmt-berüchtigten unkontrollierbaren Schwammigkeit. Dann die Automatik: hydraulisch schaltet sie schnell und zuverlässig die Gänge rauf und runter - ganz ohne Kraftunterbrechung !
Wehe aber das Gaspedal wird durchgetreten.. dann schnellt das Tacho unentwegt nach oben und wird nur durch einen kurzen, knackigen aber sehr heftigen Ruck unterbrochen, in welchem das Torqueflite 727 in den nächste Gang schaltet. Das TF727 war erstmals
in der Geschichte schneller als Handschaltungen. Das ganze fühlt sich an wie im Film - nein besser, denn dies ist real !
Ungewohnt und nicht so einfach ist hingegen das Einparken. JEDE Parklücke erscheint zu klein und jede Straße zu schmal. Kein Wunder - selbst der größte 7er BMW in der Langversion ist
um einiges kleiner, d.h. schmaler und kürzer !
Vom Fahrer ist daher immer Aufmerksamkeit gefordert - insbesondere auf
schmalen Straßen um nicht die kleinen anderen Autos zu übersehen. Erst jetzt bekommt man
ein Gefühl dafür, wie breit
und groß früher alles gewesen sein muss.

Ab und zu gibts auch mal Opfer ;-) Man
braucht eben mehr Platz als normale Autos..
Ein für heutige Verhältnisse ungewohntes Highlight ist das Gaspedal.
Schon der geringste Druck reicht aus, um die Beschleunigerpumpe zu
aktivieren um Benzin direkt durch den Vergaser in die Ansaugspinne zu
leiten. Das Resultat ist folgendes: aus dem gemütlichen Blubbern zwischen 700 und 1000 RPM wird ein lautes, fast schon aggressives Grummeln. Spätestens
mit der spürbaren Beschleunigung schauen auch die, die mich bis eben noch nicht in ihren Spiegeln gesehen oder gehört haben.
Das ist ein unglaubliches Gefühl - im direkten Vergleich scheint bei
heutigen Autos der Motor an einem langen Gummiband zu hängen: gibt man Gas, so heult der (Diesel)Motor
nach einer gewissen Verzögerung auf und beschleunigt dann langsam "irgendwie" ..
Ein modernes Auto mit Automatikgetriebe braucht noch einen Moment länger “zum Nachdenken“, von mit Elektronik vollgestopften Dieselfahrzeugen gar zu schweigen. Selbst die Drehzahlmesser haben eine spürbare Verzögerungen gegenüber dem hörbaren Motor.
Jetzt kommt das Muscle Car: beim Druck auf das Gaspedal öffnen die mechanisch direkt ge- koppelten Drosselklappen und saugen Unmengen von Luft an, die großzügig mit frischem wohltemperiertem Benzin im Verhältnis von 14:1 vermengt werden. Bei schnellem Lupfen des Pedals kommt noch zusätzlich Treibstoff aus der Beschleunigerpumpe dazu um ein Abmagern des explosiven Gemisches zu verhindern.
Zeitgleich setzt das laute Blubbern sofort ein und das Auto beschleunigt sofort. Die Stellung auf dem Gaspedal bestimmt die
momentane Geschwindigkeit wenn der Untergrund es zulässt. Ist die Straße nass, drehen die Räder einfach durch – und das ohne Mühe
auch bei 80km/h !
Bedingt durch eine Abstimmung auf die gesetz- liche Höchstgeschwindigkeit amerikanischer Highways von 70 mph
(etwa 110km/h) ist dies der werkseitig definierte Punkt mit der höchsten Effizienz zwischen Benzinverbrauch und Fahrleistung.
Über diesem Punkt hinaus ist kein ökonomisches Fahren mehr möglich, denn zusätzlich öffnet jetzt die zweite Vergaserstufe. Das Öffnen der "full throttle" Drosselklappe hört und spürt man deutlich weil das Benzin jetzt "sehr großzügig" in den Motor läuft.
Diese Highway-Abstimmung ist das große Geheimnis, weshalb amerikanische Fahrzeuge auf den Autobahnen meist "nur" 120 km/h fahren ! Bei den Muscle Cars kommt erschwerend noch die kurze Übersetzung der Gänge hinzu. Bei 120 km/h kann der Motor unter Umständen schon mit 3000 RPM drehen..
Hier ist also Rücksichtnahme geboten, denn z.B. ein alter Station Wagon mit 318cui Smallblock und 3 Gängen kann
zwar 100 mph (etwa 160 km/h) erreichen, wird dies aber selten tun.
Bei der schnelleren
Fraktion der V8 Bigblock Muscle Cars sieht es schon etwas besser aus. Serienmäßig mit intaktem Fahrwerk sind sie auch mal mit 220 bis 250 km/h zu bewundern. Der Motor ist meist nicht der Schwachpunkt: es hängt es in der Regel vom Fahrwerk, der Achsübersetzung, dem Getriebe usw. ab ob im Extremfall sogar über 300 km/h erreicht werden können !
Es kann also vorkommen, dass die Muscle Cars auf Autobahnen schneller fahren als man "Ferrari" aussprechen kann.. Sie tun es aber meist nicht, ganz einfach um Material und Umwelt zu schonen oder weil die nächste Tankstelle schlichtweg zu weit entfernt ist.
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