Bekannt ist, dass sich ein
US-Muscle Car praktisch nur mit 07'er Nummer oder einer gültigen Oldtimer Zulassung und
H-Kennzeichen sinnvoll betreiben lässt. Vorraussetzung dafür ist
allerdings der kulturhistorische Originalzustand. In diesem
Zusammenhang wäre auch das Nachrüsten einer Gasanlage problematisch,
da es solche Anlagen zur Zeit des Chargers schlichtweg noch nicht gab.
Einzelfälle von zeitgenössischen LPG Gasanlagen sind zwar
dokumentiert, jedoch lohnt der immense Regelungsaufwand scheinbar nur
auf den ersten Blick.
Charger.. 66er ? 68er? 69er
? 72er ? oder vielleicht doch einen Hemi ("RaceEngine") ?
Charger ist nicht gleich
Charger .. zumindest nicht wenn man sich durch den deutschen
Paragraphendschungel kämpft.
Jedes Fahrzeug welches 30
Jahre als ist, kann derzeit in Deutschland als Oldtimer zugelassen
werden, sofern es sich um historisches Kulturgut und kein
Schrotthaufen handelt (siehe Gutachten & Einstufung).
Steuerlich gesehen ist es daher irrelevant, ob
das Auto 30 oder 35 Jahre alt
ist - dies ist dann nur noch für die AU entscheidend, denn bis Baujahr 06/1969
ist generell keine AU
erforderlich.
Katalysatoren waren damals
noch unüblich, bis Anfang der 70'er ein Ruck durch die gesamte Automobilbranche
ging und u.a. auch Auswirkungen auf sämtliche Motorenpaletten hatte.
Auslöser des Umdenkens waren gestiegene
Versicherungsquoten die nun nach Leistung eingestuft wurden,
politischen Motiven und weitere Faktoren.
Bedingt
durch die beginnende Ölkrise im Oktober 73' als die OPEC Ölexporte in
die USA reduzierte und den daraus resultierenden politischen
Reglementierungen gab es weitere Veränderungen -
insbesondere im Motorenbereich
im Vergleich zu älteren Baujahren.
Die Energiekrise nahm ihren Lauf.
Leistungsmindernde Faktoren
wie die Einführung von Katalysatoren oder Reglementierungen durch
Abgasnormen waren von nun an neben dem Erscheinungsbild wichtigste
Entscheidungskriterien beim Autokauf.
Als Konsequenz stieg die
Opferzahl in den Modellpaletten der amerikanischen Automobilhersteller
und bis 75' verschwanden selbst die "heavy-hitters"
der letzten Dekade. Die Todesliste ist lang: Buick GS, Chevrolet
Chevelle Super Sport, Dodge Charger R/T, Super Bee, Ford Torino Cobra,
Mercury Cyclone Spoiler und Plymouth GTX.
Überlebende Modelle wie der Plymouth Road Runner mutierten nun
aufgrund geringerer Kompressionsraten, Vergaserumstellungen und
anderer Modifikationen langsam zu schwachen Schatten einstiger
Vorfahren.
Doch all das hat auch Gutes und war längst notwendig um dem
ungebremsten Ölkonsum Einhalt zu gebieten - oder wenigstens den ersten
Schritt in diese Richtung zu tun. Manche behaupten heute die USA wären
seit den 70er Jahren nicht viel weiter vorangeschritten..
Zu Recht ? Bis heute verbrauchen US-Modelle im Schnitt deutlich mehr
Benzin als die Konkurrenz. Hinzu kommt, dass in den USA traditionell
Dieselmotoren (und damit auch moderner schwefelarmer Dieselkraftstoff)
unüblich sind und noch bis heute Motoren mit weniger als 8 Zylindern
von vielen als "schwach" angesehen werden.
Aufgrund stetig steigender
Benzinpreise (im 426 Hemi ist z.B. zwingend
Super-Plus angesagt) und einem Verbrauch von mehr als 30l/100km beim
R/T ist auch der Tank eines "Muscles" eher früher als später leer.
So sehen Tankstellen schon lange nicht
mehr aus..
Das Kürzel R/T stand
übrigens für "Road and Track Edition" und bezeichnete bis in
die 70'er das Top-Modell
mit diesen beeindruckenden Daten:
Um einen kleinen Überblick
über die ständig wechselnde Modellpalette des Chargers zu bekommen
sind hier die Baureihen von 1966 bis 1978 zusammengefasst.
Unterschiedliche
Leistungsangaben (DIN-PS, SAE-PS, gross-net) resultieren je nach
Einfluss der Aggregate aus verschiedenen Messmethoden.
Außerdem sei an dieser Stelle noch auf den "Vin-Decoder"
(Decoder für Mopars der Jahre 1966-1974) [http://home.arcor.de/us-v8/decoder.exe]
hingewiesen. Dieses praktische Tool zeigt zu jeder VIN die
dazugehörigen technischen Daten.
April 2007
Seit Beginn der Suche
waren auf den ersten Blick einige vielversprechende Muscle Cars dabei.
Aber oft
gibt es Haken: entweder war der Preis zu überzogen oder es befand sich
ein einem derart hoffnungslosen Zustand, dass der Aufwand für einen
Wiederaufbau nicht lohnte.
Da gewinnt der Begriff "Bastelobjekt" eine ganz neue Bedeutung und von
kleineren Restarbeiten kann man nicht mehr sprechen.
Mittlerweile ist auch eine Garage für das Auto in Aussicht !
"Bodenblech als Deckung in der Normandie
benutzt"
Recherchen zur Motorenpalette des Chargers in den Jahrgängen von 1968
und 1969 brachten noch ein anderes Problem ans Tageslicht: Den
unglaublichen Durst eines 440cui.
Es gibt interessanter Weise keine gesicherten Angaben zum Verbrauch
"verbraucht so viel wie ich will". Offensichtlich interessiert es
keinen. Das versteht man erst, nachdem man so ein Auto selbst gefahren
hat.
Die Aussagen liegen alle
zwischen 11 bis 50 Liter auf 100km - je nach Ausstattung und
Fahrweise. Die Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen liegen..
Gesichert scheint hingegen
die obere Grenze: bis zu 50l/100km laufen bei Vollgas durch die
"Sixpack" 3x2bbl oder gar 2x4bbl Vergaser beim Hemi. Im Durchschnitt jedoch "nur" die Hälfte davon. Das
entspräche etwa 1/4 Liter Benzin auf 1km.. (und ist damit wenigstens
noch besser als bei aktuellen LKW).
Chrysler hat den Verbrauch
für den 318 cui mit 14-17 miles per galon (mpg) und für den 400 cui
mit 11-14 mpg für Stadt/Land kombiniert angeben. Dies entspricht
14-16 liter und 17-21 liter auf 100 km.
Dieser Zeitzeugenbericht
zeigt die Problematik mit Benzinmangel sehr deutlich:
"What a difference 30+
years can make, these cars were definitely bodacious in their time
and at the beginning of the 70’s muscle cars were at their peak and
the birth of big-blocks and hood scoops were upon us and every
American automaker had a muscle car in their lineup. Unfortunately,
the oil crisis of 73 caused sales of muscles cars to dwindle and
smaller, compact cars to increase in popularity. Still, the average
cost of a new car was around $3500 and a gallon of gas went for 36¢.
Many great cars came out of the 70’s, and are still sought after by
many collectors. Too bad some of these are sitting here to rust away
but they still remind us of the great times and memories of our
youth, but as you can see by the looks of them now that it takes a
little imagination to make it so."
Ein anderer wichtiger(er) Punkt
wird die korrekte Zulassung in Deutschland sein. Mit einem deutschen
Fahrzeugbrief und der Zertifizierung als Oldtimer ist dies
[theoretisch] dank pauschalem Steuersatz und günstiger
Oldtimerversicherung relativ unproblematisch - sofern alle Papiere wie
Kfz-Brief, Kaufvertrag, Zollpapiere und
Zollunbedenklichkeitsbescheinigung vorhanden sind. Theoretisch
deswegen, weil Behördengänge nie kalkulierbar sind. Einfache Vorgänge
wie das Prägen eines kleinen Nummernschildes kann zur Geduldsprobe
werden.
Eine Zulassung als
normales Kfz wäre dagegen ein finanzieller Ruin: die jährliche Kfz Steuer für
7,2l Hubraum ohne Kat möchte ich nicht ausrechnen.
Und zum Schutze der Umwelt (was ja an sich ein begrüßenswertes Ziel
ist) wird der Kfz-Steuersatz auch
zukünftig sicher noch erhöht werden..
Der nächste Besuch bei
Hamburgs Autohändler steht kommendes Wochenende an und bringt
hoffentlich weitere Erkenntnisse.
Auch
in 2007 sind wir wieder auf der Suche nach einem geeigneten Charger.
Wir suchen in Zeitungen, im Internet und bei Autohändlern in
Norddeutschland - von Hamburg bis Berlin, evtl. bald auch
international.
Gesucht wird ein Charger Baujahr 1966 bis 1972. Wichtig ist der
weitestgehende Originalzustand, mit anderen Worten der Charger darf
nicht "verbastelt" sein.
In 30 Jahren nutzt sich natürlich viel ab und es sammelt sich einiges
an Schmutz an - Ein Neuwagen darf man daher nicht
erwarten. Aber anfangen tut jeder mal ...
Ein
original Service Manual ist letzte Woche aus den USA eingetroffen. Mit
seinen knapp 1000 Seiten bringt es viel Klarheit über fast alle
technischen Details zu Betrieb, Wartung und Reparatur der Plattformen
Dodge Dart und Coronet - auf die ja auch jeder Charger basiert..
Im Buch werden
Diagnoseverfahren, Einstellungen, Tests und Prozeduren beschrieben,
wie sie schon vor über 40 Jahren in Werkstätten durchgeführt wurden.
Zahlreiche
Explosionszeichnungen und Abbildungen helfen zusätzlich bei der
Orientierung.
Ein Dankeschön an Daimler-Chrysler für diesen tollen Service !
Ein Muscle Car - ein US Muscle Car soll es werden...
Mit diesem Gedanken und
einem Carlsberg in einer
Cocktailbar in Parchim anno 2006 fing alles an. Überall hört man
in Autoshows von Restaurieren, von Schrauben und Schweißen. So dachten
wir uns, das wär doch was. Wenn andere das können, dann können
wir das auch !
Die Faszination und
Begeisterung für schnelle Autos und natürlich dem Fahren dieser war
bei uns naturgemäß schon immer vorhanden. Damit aus dieser
anfänglichen Schnapsidee schon bald Realität wird, soll der
nächste Schritt folgen: eine Unterkunft muss gefunden werden bevor ein Auto
gefunden werden kann ! In diesem Moment war die Idee für
unser Gemeinschaftsprojekt geboren.
Damit auch andere von unseren Erfahrungen profitieren können oder Ihr
Euch auch einfach nur die Infos und Fotos anschauen könnt, wurde zunächst einmal
diese Webseite ins Leben gerufen.
Wirklich einig waren wir uns
anfangs nur über eines: Das Auto soll etwas besonderes sein und mit
einem typisch blubbernden kernigen V8 - Motorsound überall auffallen.
Mit hohen Ansprüchen aber
knappen Budget kommen die meisten europäischen Modelle von
vornherein nicht in Frage. Ein 8'er BMW von 1991 wäre zwar etwas
seltenes, ist allerdings noch nicht alt genug für eine H-Zulassung und
auch kein V8 Ami..
Oldtimer sind hierzulande kostspielige Angelegenheiten. Vom Kauf bis
zur Beschaffung der Ersatzteile hat ein solches Vorhaben selbst mit
Sponsoren einen hohen Anspruch - doch das wussten wir zu diesem
Zeitpunkt noch nicht.
Die
erleuchtende Idee war einfach und genial: statt eines alten Europäers
sollte ein riesiger Ami-Schlitten her. Für eine
Zulassung als Oldtimer muss er mindestens 30 Jahre alt sein - kein
Problem, denn die schönsten, spektakulärsten und leistungsstärksten US-Cars
kommen sowieso aus den 50er, 60er und 70er Jahren.
Neben Rost und damit verbundener stundenlanger Arbeit bereitet aber auch die
Ersatzteilversorgung Kopfzerbrechen. Welche Teile gibt es wo ?
Sollte
man Neuteile anbauen oder besser die alten originalen aufarbeiten ?
Das kann schon mal Löcher in der Portokasse
verursachen...
Hingegen die
Einzigartigkeit eines solchen Wagens liegt auf der Hand: selbst in den
vereinigten Staaten sieht man diese Autos nur noch selten auf den
Straßen. Der Anblick solcher Oldtimer auf deutschen Straßen ist
naturgemäß
noch seltener.
Über genügend Power muss man
sich bei den Muscle-Cars aus der 60er auf keinen Fall Sorgen machen.
Selbst die standardmäßige Motorisierungen jener Zeit hatten verhältnismäßig
viel Leistung und Drehmoment und reicht locker zum mitschwimmen im
Verkehr. So entfällt die freimütigen Entschuldigungen wegen
Schleichens auf der Straße
"Sorry its an Oldtimer" (Jay Leno).
Von den "big three" Chrysler, Ford und
General Motors
wurden in Amerika fast ausschließlich großvolumige V8 Bigblock Motoren
mit bis zu 8 Liter Hubraum verbaut. Mit 200kW und
Drehmomenten von 600 nm (und mehr) waren sie hoch performant - und
sind es auch noch im Vergleich mit heutigen aufgeblasenen Hubraumzwergen.
Man darf nicht vergessen, dass damals nicht jeder ein
Auto besaß: es war noch Luxus...
In den USA rangen neben dem
Doge Charger noch andere Big Hitters wie der berühmtere, weil
millionenfach gebaute
Ford Mustang,
Chevrolet Camaro und andere wie der Pontiac Firebird, Pontiac GTO, Buick Gran Sport
oder der seltenere Plymouth Hemi Cuda in Drag-Races
(sog. Beschleunigungsrennen) auf langen geraden Straßen. Diese Ampelrennen
wurde auf einer viertel Meile ausgetragen und sind den meisten heute nur noch aus
Geschichtsbüchern bekannt. Verboten waren die durch zurückgekehrte
gelangweilte US-Soldaten eingeführte Dragraces übrigens damals wie
heute.
Eines haben diese Fahrzeuge alle gemeinsam - wegen
Ihres hohen Alters, geringer Stückzahlen und hoher Nachfrage sind sie
seit je her beliebt und "Wertverlust" ist ein Fremdwort.
Sie im Rennen zu besiegen oder auf gerader Strecke zu überholen kann man vergessen -
nur an Tankstellen oder engen Serpentinen ist das möglich..
Doch davor schrecken wir
nicht zurück. Nach einigem Zögern und Recherchen
sind nun die nächsten Schritte klar:
Nach Fertigstellung dieser Website, der Anmietung
einer Halle machen wir uns auf die Suche nach einem dieser
legendären Wagen !
In der Fotogalerie gibts weitere Bilder und
Impressionen rund um das Thema US Cars !